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Meister Weng - stimmige Harmonie

 

Allgemeines zum Klavier


  • Das Piano ist ein aufrecht stehendes Klavier.
  • Beim Flügel sind Spielwerk und Klangkörper waagerecht positioniert.
  • Kleine Instrumente klingen „enger“, oft aggressiver als große Konzertinstrumente.
  • Der Tonumfang beträgt 85 bzw. 88 Tasten (A „ bis c 5 ).
  • Die besten, langlebigsten Klaviere werden seit über 100 Jahren im deutschsprachigen Raum gefertigt.
  • Jedes dieser zum Teil heute noch gebauten Markenklaviere hat seinen unverwechselbaren Klangcharakter.
  • In Verarbeitungsqualität und technischem Gleichmaß stehen einige Fabrikate asiatischer und nordamerikanischer Hersteller diesem Niveau in nichts nach.
  • Ist ein Klavier stimmbar, so ist es nie wirklich schlecht. Im Vergleich mit einem Automobil könnte man die Bandbreite vom kleinsten Stadtauto bis zur Nobelkarosse spannen.
  • Je vielschichtiger das Klangspektrum, um so leichter lässt sich für den Ungeübten mit einfachen Klangfolgen Musik erleben und umsetzen.
  • Die Verwendung von Furnierarten und die Art der Oberflächenstruktur hat auf den Klang nur sehr geringe Auswirkung.
  • Polyesterbeschichtete Instrumente sind mit einem Marktanteil von über 85 % billiger herzustellen als Instrumente mit Edelholzfurnieren.
  • Die Schwingung der Saiten überträgt sich vom Klangsteg auf den Resonanzboden, der wie eine Membran wirkt.
  • Die Qualität der verwendeten Materialien, deren Verarbeitung und die Abstimmung aller akustisch relevanten Teile machen den eigentlichen Wert der Instrumente aus.
  • Beste Klangeigenschaften hat ausgesuchtes Massivholz (Resonanzbodenholz: Haselfichte aus Höhenlagen über 700 m über NN mit kalkreichem Boden, Schlagen nach Einsetzen der Frostperiode, gute Lagerung, etc....).
  • Die ca. 250 Saiten eines Klaviers bestehen aus kaltgerecktem Spezialstahl, wobei die Baßsaiten wegen der technisch bedingten Saitenkürzung mit Kupferdraht umwickelt sind.
  • Die Zugkraft aller Saiten erreicht bei Konzertinstrumenten eine Gesamtbelastung von bis zu 25 Tonnen.
  • Der aus Temperguß gefertigte Rahmen nimmt über 90 % dieser hohen Zug- und Biegekräfte auf. Damit erklärt sich auch das hohe Gesamtgewicht der Klaviere.
  • Heute verfügen fast alle Klaviere über 3 Pedale:

    - Das linke (Pianopedal) verkürzt den Weg des Hammers zur Saite; beim Flügel verschiebt das Spielwerk um 2 bis 4 mm.

    - Bei Betätigung des mittleren Pedals legt sich eine Filzleiste vor die Saite, so dass die Hämmer die Saite nur indirekt treffen,(Flügelspezifisch dient es der Tonhaltung).

    - Treten Sie das rechte Pedal, so gibt die Dämpfung alle Saiten frei.

  • Das Spielwerk setzt sich zusammen aus Klaviatur und Mechanik, welche aus mehr als 5000 Einzelteilen besteht.
  • Die Anschlagskraft wird von der Taste als längstem Hebel auf Hebeglied und Hammer übertragen. Das Spielgefühl wird meist als gut eingestuft, wenn das Tasten- niederdruckgewicht zum Aufgewicht etwa im Verhältnis 2 : 1 steht (mittlerer Wert: ca 55 zu 29 Gramm).
  • Regulier- und Justierarbeiten erfordern viel Erfahrung und feinmotorisches Können des Technikers, um alle Teile langlebig und optimal einzustellen.
  • Für den Hammerfilz wird je nach Qualitätsstufe feinste Schafwolle verarbeitet, die in aufwändigem Prozess verfilzt und zu Platten gepresst wird.
  • Bei Spitzeninstrumenten beansprucht allein das Intonieren des Hammerfilzes (Klangausgleich aller Töne zueinander) bis zu 20 Stunden Arbeitsaufwand.
  • Da allgemein bekannt ist, daß Qualität ihren Preis hat, ist diese selbstverständlich in allen Erlebnisbereichen vom Klangreichtum bis zur Stimmhaltung spürbar.
  • Ein guter Klavierstimmer ist meist auch gelernter Klavierbauer. Die temperierte Stimmung (Zeitaufwand bis zu 2 Stunden) klingt meist gut über einen Zeitraum von etwa einem Jahr. Einflussfaktoren auf das Verstimmen eines Klavieres sind:

    - etwa 70 % Luftfeuchtewechsel,

    - etwa 20 % Temperaturwechsel

    - etwa 10 % Nutzung.

  • Ihr Kaufentscheid mag neben dem Nutzungsvorhaben auch von Optik, Marke, Klangcharakter und Spielgefühl geleitet sein, ganz gewiss aber auch von der Höhe der Investitionssumme. Obwohl der Barkauf in der Endsumme attraktiv erscheint, ist oft aus anderen Erwägungen heraus Mietkauf oder Miete eines Instruments geboten.
  • Bei Teilzahlungskauf bieten Kreditinstitute derzeit die günstigsten Konditionen.
  • Als Standort empfiehlt sich der Raum, in dem sich der Spielende am liebsten aufhält. Meiden Sie die Nähe zu Heizquellen; mehrere Zentimeter Abstand von der Wand sind allemal besser als Enge und geringe Luftzirkulation. Gleichen Sie starke Klimaschwankungen aus und vermeiden Sie Extremwerte nach unten und oben.
  • Den für Sie richtigen Klang finden Sie am ehesten heraus, wenn Sie sich von Ihren Empfindungen leiten lassen und nicht von Ratgebern...
  • Zur Alternative akustisches Klavier versus Digitalpiano ist festzustellen, dass unsere Hörerfahrung seit Jahren überwiegend durch elektronische Klangbilder geprägt wird, und somit der Digitalpianoklang akzeptiert und als authentisch empfunden wird.
  • Auch wenn ich mich hier wiederhole: selbst bei umfassendstem Wissensstand und unter Abwägung aller Faktoren wird immer die ideale Entscheidung emotional gestützt sein. Sie sehen ein Instrument, erfühlen und hören es, nehmen seine Schwingungen körperlich und über die Ohren wahr, in Ihrem Innersten werden Sie bewegt und dem uneingeschränkten „ Ja“ steht nur noch Ihr finanzieller Spielraum gegenüber...

    Ich wünsche Ihnen eine besonnene, gute Kaufentscheidung mit der Gewissheit eines erfüllteren Lebens mit Musik!

    Ihr

    Andreas Weng, Klavierbaumeister und vereidigter Sachverständiger für das Klavier- und Cembalobauer-Handwerk.


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