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Meister Weng - stimmige Harmonie

Plädoyer für variable Stimmtonhöhen

Exposition

Warum singen, tanzen und musizieren Menschen überall auf der Welt?

Warum kann uns Musik so glücklich oder traurig machen, uns tiefer berühren als Worte es je könnten?

Wann hat Sie zuletzt so ein wohliger Schauer überkommen mit Gänsehaut und Transpiration, einem Kloß im Hals - wie Lachen und Weinen zugleich?

Wahrscheinlich überkam Sie diese schier übermächtige Emotion bei einem Adagio-Satz im Tempo von 70-80 Schlägen pro Minute. Diesen Grundbeat kennen wir seit unserer Menschwerdung. Er nimmt den direkten Weg unter die Hirnrinde; wie fest installiert läuft im limbischen System das Programm der Selbstbelohnung und Emotion ab. Bei solcher objektiv angenehmen Musik weiten sich die Blutgefässe, wir werden erlebnisbereiter, und das Glückshormon Dopamin verrückt unser Selbst in Glückseligkeit.

Selbst nicht begriffene Musik (manche Zeitgenossen gieren förmlich nach immer neuen Reizen) bewegt und bewegt immer Körper, Seele und Geist. Inspiration ist auch vorgegeben mit überraschenden Pausen, Rhythmen und Tonartwechseln, oder wenn im Finale die Tonika ausbleibt – im wahrsten Sinne des Wortes ist Musik ein Spiel – in Jahrtausenden fortentwickelt und immer wieder neu erschaffen aus unseren ersten Kommunikationslauten...

Wird Musik allerdings als Geräusch empfunden, welches durch Enharmonik, Polyrhythmik, Lautstärke und Tonhöhenverzerrungen den „Trompeten von Jericho“ nahe kommt, wird u.a. das Hormon Adrenalin ausgeschüttet, welches Dis-Stress, Abwehrreaktionen und Fluchtinstinkte weckt. 

 

Die Bandbreite unserer musikalischen Intelligenz hängt insbesondere ab von der neurologischen Vernetzung unseres Empfindungsvermögens. Somit ist musikalische Kompetenz viel mehr als Konsumieren, viel mehr als noch so perfektes Abspielen erlernter Musik, ja selbst mehr als „absolutes“ Hören, und das unabhängig von abendländischer 12-Ton-Skala, oder indischer variabler 59-Ton-Skala.

Sprache und Musik sind gleichermaßen angenehm, wenn sie fließen, vom Cortex aus alle Sinne erfassen bis hin zum Töne Schmecken und (Klang)Farben Hören – jegliche Klangstruktur hat in der Musik ihren berechtigten Platz. Es ist nur eine Frage der Offenheit für Gewohntes oder Fremdartiges.

 

 Durchführung 

Im Folgenden beschäftigen wir uns mit der seit Pythagoras entwickelten abendländischen Musikausprägung und dem Wunschziel einer Tonhöhen-  und Lautstärkereduzierung.

Was mich nach fast 50 Berufsjahren als Konzertstimmer immer stärker beschäftigt, ist unser Hörvermögen, damit erlebtes Hören und dessen Einflüsse auf Körper, Geist und Seele.

Die Menschen hören immer schlechter, undifferenzierter.  Auch die messbare, langsam aber stetig kleiner werdende Frequenzbandbreite im Hörvermögen, bedingt durch erhöhte Lärmbelastung und weitere, unsere Sinne belastende Faktoren, hat auch – besonders bei Musikern – seine Ursache in zu hohen Stimmungen und deren Nebeneffekten wie z.B. Reizschwellenüberschreitungen.

In der abendländischen Musikkultur sind Klagen über zu hohe Stimmungen gewiss nicht  neu, schwankte doch die Tonhöhe schon vor der Romantik im Umfang einer Sext.

  

Mittelalterliche Orgeln, von dem Physiker Alexander Ellis um 1875 vermessen, wiesen Tonhöhenunterschiede von a' 505,8 Hz (Halberstadt um 1361) und a' 374,3 Hz (Lille um 1700) auf.

Hier handelte es sich aber wie bei heutigen Blasinstrumenten weitgehend um entwicklungstechnische und Intonationsprobleme, die bei höherer Stimmung kontrollierbarer sind.

Selbst Opern- und Orchesterstimmungen schwankten enorm. 1790 spielte die Berliner Philharmonie um Tonhöhe a' 422 Hz. 1820 galt in Paris das Diapason – Normal mit 423 Hz als Ideal, um bis 1859 auf a' 435,4 Hz zu steigen. (1875 festgelegt auf a' 435 Hz, 1939 bei der Münchner Tagung willkürlich angehoben auf a' 440 Hz).

Im gleichen Jahr spielten die Wiener Philharmoniker ihr a' um 451,7 Hz. Übrigens: die Stimmgabel W.A. Mozarts hatte eine Tonhöhe von 421,6 Hz und G.F. Händels auch „nur“ 422,5 Hz.

 

Auf Initiative von Giuseppe Verdi wurde 1884 ein Dekret erlassen, nach dem italienische Militärkapellen mit Stimmton kleines c 128 Hz (entspricht c' 256 Hz bzw. a' 432 Hz) zu spielen haben. Seitdem gab es immer wieder Versuche, die Tonhöhen human zu halten. Bis heute jedoch stieg die in großen Orchestern gespielte Tonhöhe a' auf 442 – 446 Hz. Parallel dazu erhöhte sich der durchnittliche Laustärkepegel sei 1950 um nahezu 20% auf 86 Dezibel. Mehr als 50% der Live-Musik treffen jenseits der subjektiven Schmerzgrenze von 95db (A) auf unser Ohr. Pianisten und Klavierstimmer sind dieser Tortur durch unsere immer härter intonierten Hammerfilze tagtäglich ausgesetzt. Diese Reizsteigerung betrifft alle Instrumente, besonders aber – bis zu 20db (A) gegenüber 1950 – alle Saiteninstrumente dank besserer Legierungen unter Erhöhung der Zerreißgrenzen mit gleichzeitiger Verbesserung der statisch-akustischen Einheit. Damit entfernen wir uns auch bei der Lautstärke immer weiter von den in Noten gesetzten Klangvorstellungen der Komponisten vergangener Jahrhunderte.

Bei tieferer gleichstufig temperierter Stimmung der Tasteninstrumente ergibt sich für unsere Wahrnehmung ein angenehmer Nebeneffekt: Wir erhalten bei der Spreizung der Oktaven mehr Freiraum von „warm“ bis „brillant“. Mehr oder weniger Spreizung lässt Raum für stärker oder schwächer hervortretende Obertonspektren. Die Intervall-Gesetzmäßigkeiten lassen dabei alle Differenztöne klar und offen mitklingen, so wie es ab a' 440 Hz aufwärts nur noch barocke Stimmungsarten vermögen. Ihnen eigene Tonartencharaktere können bis zu einem gewissen Grad herausgearbeitet werden...

 

Damit einher geht die Hinwendung zu möglichst starker Herausbildung von Tonartencharakteristiken durch minimale Verschiebungen der Intervallgrössen innerhalb der standardisierten wohltemperierten Stimmung.

 

Beispielhafte Tonartbeschreibungen  

u.a. nach  M.A. Charpentier (Paris 1697), J. Matthesson (1713),  J.Ph. Rameau (1722), C.F. v. Schubart (1784)

C - Dur:           charmant, freudig, roh, frech; geeignet für Tanz, Gesänge, Zeitvertreib

Des – Dur:       irritierend, stimmt ein in wonnevolles Leiden

D – Dur:          delikat, scharf u. eigensinnig, geeignet für Grosses, Prächtiges, für frohe Gesänge

Es – Dur:         pathethisch, grausam u. Roh, ideal als Modulationsbrücke

E – Dur.           Wohlige Traurigkeit, von Zartheit bis Raserei, durchdringend bis erhaben

F – Dur:           tragend gefällig, schön, anmutig, leicht, vielseitig geeeignet

G – Dur:          eindringlich, beschwingt, glänzt; für zärtliche u. fröhliche Gesänge        

A – Dur:           sakral, leidenschaftlich mahnend; geeignet für Violinen, Gesang, Passion

B – Dur:           hintergründig, bescheiden, strahlt gleichermassen verschleiert

H – Dur:          herb, verleitet dazu selbst das Schöne zu beklagen.

 

a – Moll:          zärtlich klagend, zeitigt gelassene Entspannung

b – Moll:          unklar, diffus-schrecklich

h – Moll:          traurig, einsam, weltentsagend

c – Moll:          undeutlich und traurig, klagend und einschläfernd

d – Moll:          ernst und feierlich, schwermütig,  mit Freude durchsetzt,

es – Moll:         ängstigend, verschreckt und wühlt auf

e – Moll:          weckt hoffende Zuversicht, liebend und traurig

f – Moll:           melancholisch, schwermütig, Todessehnsucht

fis – Moll:         verloren und einsam fühl' ich mich, fern von Lust und Leben

g – Moll:          flexibel wie F-Dur, süß, zärtlich, ernst und großartig 

 

Äußerungen von Hörern nach einem Konzert in tiefer Stimmung:

 

Ich fühle mich...

-         ausgeruht

-         entspannt

-         in meiner Mitte

-         erfrischt wie neu geboren

-         lockere Spannkraft

-         dynamisch

-         schwebend und doch fest

-         überschwänglich, könnte die Welt umarmen

-         kraftvoll – ich könnte Berge versetzen, den Nächstbesten herzen und umarmen

-         schöpferisch kreativ

-         nach genießend

-         rundum befriedigt

-         so hingerissen als hätte ich mein Innerstes entdeckt

-         der reinste Jungbrunnen

-         ich finde zu mir selbst 

 

Bis zur Normierung des a' 435 Hz bzw. a' 440 Hz, vor allem aber bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde gesungen und musizierrt nach Gusto, nach instrumentalen Gegebenheiten, nach Sinn und Zweck in jedweden Tonhöhen. So sollte auch heute nach Sinnenzweck vielfältig musiziert werden (im Orchesterbetrieb gegebenenfalls +/- 8 Hertz um die Idealtonhöhe a'  432 herum.

Übrigens: Noch im 19. Jahrhundert wurde Musikern ein überaus intensives Liebesleben nachgesagt (im kirchlich-klösterlichen Bereich durch mantrische gregorianische Gesänge gesteigert ein gar nicht gern gesehener Nebeneffekt). Mit erhöhter Tonhöhe bei gleichzeitig gesteigerter Klangaggressivität ist dieses Stimulanz oft nur noch zu erahnen...

 

Interessierten Musikern, Medizinern und Physikern sind die Lehrsätze des Pythagoras und Boethius (Monochord-Versuchsreihen etc.) ebenso geläufig wie die Berechnungen Keplers, Herders, Kaysers, Plancks und anderer...

Meines Wissens haben Komponisten wie Bach, Salieri, Hindemith und Webern, aber auch da Vinci und Goethe die Gesetzmäßigkeiten der Musik, die ihre Entsprechungen in der Physik, Akustik, Arithmetik bis hin zur Kybernetik finden, gekannt und wohl häufig unbewußt angewandt. Unsere Vorfahren wussten um die Konjunktion der Klänge der Welt auch bei den Kontakten der Menschen untereinander. Wenn Dichter und Denker manchmal metaphorisch von Sphärenmusik schrieben, so hörten und ahnten sie zumindest die Klänge und Geräusche um uns, die aus dem All kommend heute mit feinsten Radiosensoren bestätigt werden. (Viele von uns erfahren Musik im Tonalen und Atonalen, im bewussten Hören und Musizieren mit Tempi- und Lautstärkewechseln, Pausen und variablen  Rhythmen und Tonhöhen über psychologische Phänomene hinaus mit dem so genannten „3. Ohr“...; Klänge sind nicht nur periodische Schwingungen der Luft (Sinustöne), sondern korrespondierende, sich selbst organisierende geometrische, nicht lineare Konfigurationen eines andauernden elektromagnetischen Prozesses. Unser Ohr hört sie aktiv und erzeugt dabei selbst korrespondierende Schwingungen, wohingegen Sinustöne (wie z.B. bei elektronischen Musikinstrumenten) passiv aufgenommen werden... Auch werden im Gehirn besonders die Broen- u. Wernicke-Region aktiviert, die auch für unser Sprachverständnis verantwortlich ist.

  

Um 1990 wurde in Testreihen festgestellt, dass bis zu 90% der Probanden ähnlich empfanden:

            Musik auf Tonhöhe a' 432 Hz mache frei und verleihe harmonisches Wohlbefinden

            Musik auf Tonhöhe a' 440 Hz wird als brillant, aber als gespannt-nervös machend empfunden.

            Musik auf Tonhöhe a' 443 Hz und darüber wirkt aggressiv und belastet das vegetative Nervensystem bis hin zu physischen Qualen.

 

Im Laufe der letzten Jahre fand ich nach verschiedentlich durchgeführten Klanganalysen heraus, dass in sich geschlossene Spannungsbögen im gesamten Klangbild (also Teiltonspektrum und seine Überlagerungen, Hüllkurven und Interferenz-/Inharmonizitätswerte etc.) besonders intensiv-belebend waren bei

            a' 418,6 Hz

            a' 422,7 Hz

            a' 427,9 Hz

            a' 432,6 Hz

            a' 435,6 Hz

            a' 438,4 Hz

            a' 442,2 Hz

            Je nach Brillanz und Instrumentengattung ergibt sich eine Frequenztoleranz von +/- 1 Hz).

Dazu bilden Jahres- u. Tageszeit, körperliche Verfassung und Stimmungslagen, planetare Konstellationen und Klimafaktoren Variable, die zwar erfahrungsmäßig bestätigt werden, aber wissenschaftlich kaum erforscht sind.)

Liebe Leserinnen und Leser, beobachten Sie sich einmal bewusst nach einem Konzertbesuch: wie oft erzeugt ein Konzert in Ihnen Verspannung und Gereiztheit statt Freude, Entspannung und Gelassenheit?

  

Musik wird auch bei reiner Berieselung körperlich mit allen Sinnen wahrgenommen und wirkt wie kaum ein anderes Medium auf die Psyche (u.a: limbisches System im Großhirn).  Mit falschen Tonhöhen treten wir unsere human-ästhetische Verantwortung mit Füssen. Alle großen Komponisten vergangener Zeit nutzten die Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Stimme (Tonumfang ca. 60-1440 Hz) (wie gut  und ungepresst läßt sich mit tiefer Stimmung der Registerwechsel hoher Singstimmen auf dem fis durchführen...).

 

Auch wir Klavierbauer wissen, dass manche Ausführungen von Helmholtz und Hanslick nach heutigen Erkenntnissen nicht haltbar sind, wohingegen  die Mathematiker Johannes Kepler und Heinrich Hertz mit ihren Ansätzen zur Verbindung der Gesetze des Universums mit musikalischen Gesetzmäßigkeiten neue Bestätigung finden. Unser Ziel sollte Harmonie in der Musik durch „Authentic-Tuning“ um a' +/- 3 Hz  432 Hz sein.

 

Die Idealtonhöhe a' 432 Hz erforschte ich rein empirisch.

Durch Widerstände verunsichert, begann ich nachzulesen und stellte fest, dass meine Erkenntnisse seit nahezu 2000 Jahren erforscht sind.

Unser Gehör ist seit Menschengedenken disponiert auf die Schwingungsverhältnisse aller Klänge der Planetenbahnen und Asteroiden unseres Sonnensystems und deren Eigenfrequenz.

Das Cortische Organ im Innenohr, welches auch unseren Gleichgewichtssinn regelt, schwingt auf

C 128 Hz).

            Beispiel:

            Eigenfrequenz Erde: entspricht ca. g' 388 Hz = a' ca. 435 Hz

            Eigenfrequenz Sonne: entspricht ca. cis' 272 Hz = a' ca. 430 Hz

            Eigenfrequenz Mond: entspricht ca. gis' 421 Hz = a' ca. 446 Hz

            Eigenfrequenz Mars entspricht ca. d' 289 Hz = a' ca. 432 Hz

 

Die äußeren Planeten wie Jupiter, Uranus, Neptun, Saturn und Venus schwingen sehr viel tiefer bzw. extrem höher. Der Asteroidengürtel strahlt mit Schwingungsüberlagerungen, und aus dem Weltraum senden Galaxien eine wahre Kakophonie an Tönen.

In der mathematischen Quersumme bleibt eine kleine Variable je nach Wichtung der Verschiebung der Umlaufbahnen von etwa +/-12 Cent. So ist es z.B. vollkommen natürlich, dass Laiensänger trotz Tonhöhenerfahrung a' 440 Hz ohne Vorgabe der Tonhöhe mit Toleranz +/- 5 Hz auf a' 432 Hz einpendeln.

Wir alle tendieren zur Mitte (auch zur körperlichen), weg von Kopf und Brust, am besten aus dem Bauch heraus: da fühlen wir uns sicher, bodenständig, zentriert...

 

Reprise 

Über die Klangbausteine unserer abendländischen Musik mit Dur und Moll, Diatonik und Pentatonik  hinaus erschließt nur vergleichendes Empfinden, nicht Kausaldenken die harmonikalen Zusammenhänge. Die Welt der Schwingungen, erfaßt mit allen Sinnen, macht uns zu wirklich Hörenden. Bei unserem Streben nach Vollkommenheit sollten damit bereits alle Vorbehalte der auf Tonhöhe a' 440 Hz und höher Beharrenden widerlegt sein...

 

Als Stimmer und Instrumentenmacher bin ich mir der akustischen Probleme wohl bewusst, klingt doch z.B. eine Saite nur optimal bei Zugkraftauslastung von mind. 65% (in der 4' Oktave mindestens 78%), damit die Dominanz der longitudinalen über die transversalen Wellen gewahrt bleibt.

 

Zum Phänomen der Lautstärkesteigerungen: meines Wissens wurde 1912 und noch einmal 1956 die Null-Dezibel-Schwelle bei Hörmessgeräten (Kaiserliche Armee und Bundeswehr) um jeweils 20db (A) gesenkt. Das bedeutet doch, dass unsere Vorfahren neben dem sinnbewussteren Leben viel besser und damit auch transzendenter hören konnten. Mit wie viel weniger Empfindungstiefe und -breite müssen wir Heutigen auskommen, wie kompensieren wir es?

 

Ein Clavichordkonzert (maximale Lautstärke 65 db (A)) vor nur 30 Hörern ist heute kaum mehr durchführbar, weil ab der 3. Reihe nur einige Wenige etwas hören. Bezeichnenderweise würde aber das gleiche Konzert mit PA-Anlage verstärkt Zugabeovationen hervorrufen. Der Effekt dominiert über die Harmonie (nur wenige 20-Jährige sind noch fähig, Töne um 18000 Hz wahrzunehmen).

Um mit J.E. Behrend zu sprechen:wie nutzen wir die 7-fache Aufnahmefähigkeit der Ohren über das Sehvermögen? Bereichern nicht die hör-erlebten inneren Bilder ungemein mehr, sensibilisieren unsere Erlebniswelt durch tief Erfahrenes?

 

Wie zerstörerisch unsere heutige Muikkultur wirkt, wird u.a. an der zunehmenden Zahl gehörgeschädigter und / oder tinnitusleidender Musiker deutlich.

Wie viele Karrieren sind zu Ende, noch ehe sie richtig begonnen haben?! Nahezu 25% aller Pianisten – Klavierstimmer inbegriffen – leiden unter störenden Ohrgeräuschen; ebenso ca. 18% der Blechbläser, gefolgt von Geigern und Percussionisten. Etwa doppelt so häufig treten Überempfindlichkeit (Hyperacusis), Schwindel und veränderte Tonhöhenwahrnehmung auf.

Die behandlungsbedürftigen Hörschäden liegen in Deutschland bei ca. 15 Millionen, mit steigender Tendenz . Besonders immer mehr junge, dynamische Menschen erleiden als „erste Warnung“ einen Hörsturz / Schläfenlappen-Hörzentrumsinfarkt, oft mit Tinnitusfolgen ...! 

Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich nur vermuten...

Bei allen Betroffenen bedeutet die Schädigung mindestens eine Einbuße an Lebensqualität und natürlich an Qualität des Musikerlebens, häufig einhergehend mit Vereinsamung und Suizidgefährdung. Mit dem langsamen aber stetigen Absenken der mittleren Tonhöhe auf a' 432 Hz haben wir einen Baustein in Händen, der diese unselige Entwicklung einzudämmen vermag. Ungeahnte Heilerfolge dürften sich alsbald in der Musiktherapie einstellen – mit dem simplen Mittel der Tonhöhenabsenkung.

 

Außerhalb der Musik ist eine  Abnahme der übermäßigen Sinnesreize unwahrscheinlich.

Solange der Mensch – in allen Bereichen – noch Möglichkeiten der Steigerung sieht, wird er diesen Weg auch beschreiten.

 

Wir sind damit auf weitere akustische Umweltverschmutzung programmiert.

Sollte nicht gerade mit und durch Musik den krank machenden Umweltfaktoren entgegengewirkt werden, indem Musik nicht noch mehr aufpeitscht und Dis-Stress erzeugt, sondern wieder positiv anregt und bewegt, beruhigt  -  und ja, auch erregt. 

 

Es ist Fakt, dass  

            -  sich das Hörvermögen der Menschen rapide verschlechtert, unsere Wahrnehmungvielfalt sich immer mehr einschränkt,

            -  der für alle Instrumente 1939 verbindlich festgelegte Kammerton von a' 440 Hz generell bis + 6 Hz überschritten wird.

            -  der Chor- und Kapellton unseres Liedgutes, bis 1930 bewusst ca. 1/2-Ton und tiefer unter dem Kammerton lag.

            -  die Gehirnströme und das Herz mit 8 Hz (Subkontra C), der Haupt -Resonanzfrequenz der Erde schwingen.

            -  wir durch unsere Hörgewohnheiten in Verbindung mit erhöhten Lärmreizen tiefe Ausgangstonhöhen oft als gewöhnungsbedürftig empfinden, wohingegen der Mittelwert        von a' 437 Hz als richtig gut empfunden wird.

            -  sich unser Klangerinnerungsvermögen Intervallabweichungen je nach Lautstärke und Medium bis zu 40% zurecht hört.

-   die eigentlich leblosen, singularisierten Sinustöne, digitalisiert und mehrfach gesampelt, als gute Musik akzeptiert werden.        

Wir versündigen uns an den uns folgenden Generationen, wenn wir in Früherziehung, Musiktherapie und Musikausübung weiterhin auf a' 440 Hz und höher musizieren.

Es mag verwundern, dass der humanmusikalische Nutzen tieferer Stimmungen nicht häufiger umgesetzt wird. Auch ist es unter diesen Aspekten kaum zu erklären, dass Musikintrumenten-Hersteller und Tonträger-Industrie die wirtschaftlichen Potentiale einer Neuorientierung nicht längst umgesetzt haben. Was reizt die Star-Musiker an der Selbstzerstörung? Wann reagieren Musiklehrer und Hochschulprofessoren?

 

Die Musikwelt wird erkennen, dass 

- Instrumente, Musiker und Hörer bedeutend weniger starken Belastungen ausgesetzt sind.

- die bei Saiteninstrumenten geringere Zug- Be- und Auslastung die Instrumente weniger schnell altern lässt und den Korpus dank größerer Nähe zur Eigenfrequenz der                 verwendeten Klanghölzer intensiver schwingen lässt.

- Bläser mit ihren Instrumenten wieder singen können.

 - Hörschäden und psychosomatische Krankheiten bei Musikern zurückgehen.

- transzendente Ur-Klänge wieder wahrnehmbar werden, nicht nur fragmentarische Teiltonüberlagerungen.

- Interferenz- und Inharmonizitätswerte im Klangspektrum wieder belebend wirken. 

 

- der noch vor 100 Jahren gewünschte leichte Nachhall wieder möglich ist, ohne als störend empfunden zu werden.

- Musik nach Urtext und/oder gespielt nach historischer Aufführungspraxis annähernd so klingen wird wie die Komponisten sie selbst wohl hörten.

- Die Musikszene weltweit emotional eine durchgreifende Metamorphose erleben wird.  

 

Die Pro-Argumente können beliebig fortgesetzt werden und sind doch immer nur erneute Bestätigung des Nutzens für den Menschen.

 

Musik und Tanz als Teil des täglichen Lebens fördert die Gemeinschaft, stärkt das Immunsystem und Hörer und Ausübende fühlen sich wohl  und erfahren eine neue Dimension an Lebensqualität. 

 

Wehren Sie sich gegen Hör-Marter und Zerstörung unserer Musikkultur!

Es hat 4 Generationen gebraucht, um die a' -Tonhöhe um 10 Hz hoch zu treiben. Mehr als 50 Jahre musizieren wir über a' 440 Hz. Vielleicht gelingt in unserer Zeit ja der Schritt zu größerer Bandbreite.

 

Meine bzw. die aus der Literatur recherchierten Ausführungen bestätigen meine Hörerfahrung und damit das unmittelbare, harmonisch vollkommene Erlebnis Musik. Rationale Deutungen und oktroyierte Gewohnheiten sind zwar legitim, sollten aber niemals über Musik-Erlebtem stehen.

Dies wäre geradezu kontraproduktiv.

Keines Menschen Ohr ist so perfekt analytisch, dass es die eine oder die andere Tonhöhe unmittelbar als gut oder schädlich empfindet, wenn Musik an sich ankommt. Entscheidend für meine Initiative auch hier die Permanenz...

Spielen Sie auf der Klaviatur der Emotionen! Entdecken Sie mit Ihrer Stimme, mit Ihrem Instrument neu die Schwingungen der Körper, der Luft, der Seele! Machen Sie die Musik wieder „stimmig“! Lassen Sie sie singen in allen Lagen, Tonarten, Intervallen! Mit der passenden Tonhöhe finden Sie auch die richtige Tonlage.

 

Ich habe neben vielen älteren Instrumenten auch etliche neue Klaviere fast aller namhaften Hersteller nach Absprache mit dem jeweiligen Kunden auf a'  432 bis a' 437 Hz gestimmt.

Bisher hat jeder, der diesen Klang gehört hat, bestätigt, dass die Tonhöhen über a' 439 Hz geradezu geschlechtslos sind.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie in letzter Zeit ein Konzert mit tiefer Stimmung erlebt?

Ich freue mich über „begreifbare“ Fortschritte in der Musik-Kultur!

Hoffentlich erreiche ich viele meinungsbildende Persönlichkeiten (Musiker, Therapeuten, Ärzte, Lehrer), die sich unvoreingenommen mit dem Thema auseinander setzen zum Wohle der Musik und der Menschen.

 

 

 

Mannheim, im August 2009

 

 

 

Andreas Weng

Klavierbaumeister

 

 

 

 

Mein Dank gilt Lothar Thomma, Dr. Siegfried Gerth und vielen Musikausübenden für ihre fachliche und ideelle Unterstützung!

 

 

 

 

Literaturnachweis: u.a.:

 

-         Bindel, Ernst & Locher, Ernst, Louis Schriftenreihe über Mathematik und Geometrie

-         Cousta, Hans (1984) Die kosmische Oktave, Synthesis-Verlag

-         Ellis, Alexander & Mendel, Arthus (1968). Studies in the Historie of Pitch Monographs.

Amsterdam, Frits Knuf-Verlag

-         Resolution des Schillerinstituts, Mailand im Juni 1989

 


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