Plädoyer für variable Stimmhöhen

Musik wird auch bei reiner Berieselung körperlich mit allen Sinnen wahrgenommen und wirkt wie kaum ein anderes Medium auf die Psyche (u.a: limbisches System im Großhirn).  Mit falschen Tonhöhen treten wir unsere human-ästhetische Verantwortung mit Füssen. Alle großen Komponisten vergangener Zeit nutzten die Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Stimme (Tonumfang ca. 60-1440 Hz) (wie gut  und ungepresst läßt sich mit tiefer Stimmung der Registerwechsel hoher Singstimmen auf dem fis durchführen...).

 

Auch wir Klavierbauer wissen, dass manche Ausführungen von Helmholtz und Hanslick nach heutigen Erkenntnissen nicht haltbar sind, wohingegen  die Mathematiker Johannes Kepler und Heinrich Hertz mit ihren Ansätzen zur Verbindung der Gesetze des Universums mit musikalischen Gesetzmäßigkeiten neue Bestätigung finden. Unser Ziel sollte Harmonie in der Musik durch „Authentic-Tuning“ um a' +/- 3 Hz  432 Hz sein.

 

Die Idealtonhöhe a' 432 Hz erforschte ich rein empirisch.

Durch Widerstände verunsichert, begann ich nachzulesen und stellte fest, dass meine Erkenntnisse seit nahezu 2000 Jahren erforscht sind.

Unser Gehör ist seit Menschengedenken disponiert auf die Schwingungsverhältnisse aller Klänge der Planetenbahnen und Asteroiden unseres Sonnensystems und deren Eigenfrequenz.

 

           

Eigenfrequenzen der Planeten unseres Sonnensystems - ( Kommastellen auf volle Zahlen gerundet)

Sonne:            x 32     ergibt               cis'       136 Hz                        =          a' temp. ca. 432 Hz

Merkur:           x30      ergibt               d          141 Hz                        =          a‘ temp. ca. 422 Hz

Venus:            (x?)      ergibt               a'         221 Hz                        =          a' temp.  ca. 442 Hz

(Mond):           x30      ergibt               gis'       421 Hz                       =          a' temp.  ca. 445 Hz

Erde:               x24      ergibt               g          195 Hz                       =          a' temp. ca. 437 Hz

Mars:               x33      ergibt              d          145 Hz                        =          a' temp. ca. 434 Hz

Jupiter:            x36      ergibt              fis        184 Hz                        =          a' temp. ca. 437 Hz

Saturn:            x36      ergibt              d          148 Hz                        =          a' temp. ca. 444 Hz

Uranus:           x39      ergibt              gis       207 Hz                         =          a' temp. ca. 439 Hz

Neptun:           x40      ergibt              a          211Hz                          =          a' temp. ca. 423 Hz

 

 

Der Asteoridengürtel strahlt mit Schwingungsüberlagerungen, und aus dem Weltraum senden Galaxien eine wahre Kakophonie an Tönen.

In der mathematischen Quersumme bleibt eine kleine Variable je nach Wichtung der Verschiebung der Umlaufbahnen von etwa +/-12 Cent. So ist es z.B. vollkommen natürlich, dass Laiensänger trotz Tonhöhenerfahrung a' 440 Hz ohne Vorgabe der Tonhöhe auditiv-emotional mit Toleranz +/- 5 Hz um a' 432 Hz einpendeln.

Wir alle tendieren zur Mitte (auch zur körperlichen), weg von Kopf und Brust, am besten aus dem Bauch heraus: da fühlen wir uns sicher, bodenständig, zentriert...

 

 

Reprise 

 

Über die Klangbausteine unserer abendländischen Musik mit Dur und Moll, Diatonik, Chromatik und Pentatonik  hinaus erschließt nur vergleichendes Empfinden, nicht Kausaldenken die harmonikalen Zusammenhänge. Die Welt der Schwingungen, erfaßt mit allen Sinnen, macht uns zu wirklich Hörenden. Bei unserem Streben nach Vollkommenheit sollten damit bereits alle Vorbehalte der auf Tonhöhe a' 440 Hz und höher Beharrenden widerlegt sein...

 

Als Stimmer und Instrumentenmacher bin ich mir der akustischen Probleme wohl bewusst, klingt doch z.B. eine Saite nur optimal bei Zugkraftauslastung von mind. 65% (in der 4' Oktave mindestens 78%), damit die Dominanz der longitudinalen über die transversalen Wellen gewahrt bleibt.

 

Zum Phänomen der Lautstärkesteigerungen: meines Wissens wurde 1912 und noch einmal 1956 die Null-Dezibel-Schwelle bei Hörmessgeräten (Kaiserliche Armee und Bundeswehr) um jeweils 20db (A) gesenkt. Das bedeutet doch, dass unsere Vorfahren neben dem sinnbewussteren Leben ihrer 5+50 Sinne viel besser und damit auch transzendenter hören konnten. Mit wie viel weniger Empfindungstiefe und -breite müssen wir Heutigen auskommen, wie kompensieren wir es?

-       Bsp. Sehschärfe – wer von uns kann, wie unsere Vorfahren einst, Uranus und Neptun mit bloßem Auge sehen?

-       Bsp. Hörvermögen – hören Sie noch den Aufprallzeitpunkt einer Stecknadel auf einen Wattebausch?

 

Ein Clavichordkonzert (maximale Lautstärke 65 db (A)) vor nur 30 Hörern ist heute kaum mehr durchführbar, weil ab der 3. Reihe nur einige Wenige etwas hören. Bezeichnenderweise würde aber das gleiche Konzert mit PA-Anlage verstärkt Zugabeovationen hervorrufen. Der Effekt dominiert über die Harmonie (nur wenige 20-Jährige sind noch fähig, Töne um 18000 Hz wahrzunehmen – es sei denn bei mehr als 80 dB…)

Um mit J.E. Behrendt zu sprechen:wie nutzen wir die 7-fache Aufnahmefähigkeit der Ohren über das Sehvermögen? Bereichern nicht die hör-erlebten inneren Bilder ungemein mehr, sensibilisieren unsere Erlebniswelt durch tief Erfahrenes?

 

Wie zerstörerisch unsere heutige Musikkultur wirkt, wird u.a. an der zunehmenden Zahl gehörgeschädigter und / oder tinnitusleidender Musiker deutlich.

Wie viele Karrieren sind zu Ende, noch ehe sie richtig begonnen haben?! Nahezu 25% aller Pianisten – Klavierstimmer inbegriffen – leiden unter störenden Ohrgeräuschen; ebenso ca. 18% der Blechbläser, gefolgt von Geigern und Percussionisten. Etwa doppelt so häufig treten Überempfindlichkeit (Hyperacusis), Schwindel und veränderte Tonhöhenwahrnehmung auf.

 

Die behandlungsbedürftigen Hörschäden liegen in Deutschland bei ca. 15 Millionen, mit steigender Tendenz . Besonders immer mehr junge, dynamische Menschen erleiden als „erste Warnung“ einen Hörsturz / Schläfenlappen-Hörzentrumsinfarkt, oft mit Tinnitusfolgen!

 

Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich nur vermuten...

Bei allen Betroffenen bedeutet die Schädigung mindestens eine Einbuße an Lebensqualität und natürlich an Qualität des Musikerlebens, häufig einhergehend mit Vereinsamung und Suizidgefährdung. Mit dem Absenken der mittleren Tonhöhe auf a' 432 Hz haben wir einen Baustein in Händen, der diese unselige Entwicklung einzudämmen vermag. Ungeahnte Heilerfolge dürften sich alsbald in der Musiktherapie einstellen – mit dem simplen Mittel der Tonhöhenabsenkung.

 

Außerhalb der Musik ist eine  Abnahme der übermäßigen Sinnesreize unwahrscheinlich.

Solange der Mensch – in allen Bereichen – noch Möglichkeiten der Steigerung sieht, wird er diesen Weg auch beschreiten.

 

Wir sind damit auf weitere akustische Umweltverschmutzung programmiert.

Sollte nicht gerade mit und durch Musik den krank machenden Umweltfaktoren entgegengewirkt werden, indem Musik nicht noch mehr aufpeitscht und Dis-Stress erzeugt, sondern wieder positiv anregt und bewegt, beruhigt  -  und ja, auch erregt?

 

Es ist Fakt, dass  

 

            -  sich das Hörvermögen der Menschen rapide verschlechtert, sich die Wahrnehmungsvielfalt- und schärfe immer stärker mindert,

 

 

            -  der für alle Instrumente 1939 verbindlich festgelegte Kammerton von a' 440 Hz häufig bis + 6 Hz überschritten wird.

 

 

            -  der Chor- und Kapellton unseres Liedgutes bis 1930 bewusst ca. 1/2-Ton und tiefer unter dem Kammerton lag. (Mond-gis` um 421Hz)

 

 

            -  die Gehirnströme und das Herz mit  ca. 8 Hz (Subkontra C), der Haupt -Resonanzfrequenz der Erde schwingen.

 

 

            -  wir durch unsere Hörgewohnheiten in Verbindung mit erhöhten Lärmreizen tiefe Ausgangstonhöhen oft als gewöhnungsbedürftig empfinden, wohingegen der Mittelwert        von a' 434 bis 437 Hz als richtig gut empfunden wird.

 

 

            -  sich unser Klangerinnerungsvermögen Intervallabweichungen je nach Lautstärke und Medium bis zu 40% zurecht hört.

 

-   die eigentlich leblosen, singularisierten Sinustöne, digitalisiert und mehrfach gesamplet, als gute Musik akzeptiert werden.        

 

Wir versündigen uns an uns und den uns folgenden Generationen, wenn wir in Früherziehung, Musiktherapie und Musikausübung weiterhin auf Stimmton a' 440 Hz und höher musizieren.

Es mag verwundern, dass der humanmusikalische Nutzen tieferer Stimmungen nicht häufiger umgesetzt wird. Auch ist es unter diesen Aspekten kaum zu erklären, dass Musikintrumenten-Hersteller und Tonträger-Industrie die wirtschaftlichen Potentiale einer Neuorientierung nicht längst umgesetzt haben. Was reizt die Star-Musiker an der Selbstzerstörung? Wann reagieren Musiklehrer und Hochschulprofessoren?

 

 

Die Musikwelt wird erkennen, dass 

 

 

- Instrumente, Musiker und Hörer bedeutend weniger starken Belastungen ausgesetzt sind.

 

 

- die bei Saiteninstrumenten geringere Zug- Be- und Auslastung die Instrumente weniger schnell altern lässt und den Korpus dank größerer Nähe zur Eigenfrequenz der verwendeten Klanghölzer intensiver schwingen lässt.

 

 

- Bläser mit ihren Instrumenten wieder singen können.

 

- Hörschäden und psychosomatische Krankheiten bei Musikern zurückgehen.

- transzendente Ur-Klänge wieder wahrnehmbar werden, nicht nur fragmentarische Teiltonüberlagerungen, Interferenz- und Inharmonizitätswerte im Klangspektrum wieder belebend wirken. 

 

 

- der noch vor 100 Jahren gewünschte leichte Nachhall wieder möglich ist, ohne als störend empfunden zu werden.

 

 

- Musik nach Urtext und/oder gespielt nach historischer Aufführungspraxis annähernd so klingen wird wie die Komponisten sie selbst wohl hörten.

 

- Die Musikszene weltweit emotional eine durchgreifende Metamorphose erleben wird.  

 

Die Pro-Argumente können beliebig fortgesetzt werden und sind doch immer nur erneute Bestätigung des Nutzens für den Menschen.

 

Musik und Tanz als Teil des täglichen Lebens fördert die Gemeinschaft, stärkt das Immunsystem und Hörer und Ausübende fühlen sich wohl  und erfahren eine neue Dimension an Lebensqualität. 

 

Wehren Sie sich gegen Hör-Marter und Zerstörung unserer Musikkultur!

Es hat 4 Generationen gebraucht, um die a' -Tonhöhe um 10 Hz hoch zu treiben. Mehr als 50 Jahre musizieren wir um a' 440 Hz und darüber. Vielleicht gelingt in unserer Zeit ja der Schritt zu größerer Bandbreite.

 

Meine bzw. die aus der Literatur recherchierten Ausführungen bestätigen meine Hörerfahrung und damit das unmittelbare, harmonisch vollkommene Erlebnis Musik. Rationale Deutungen und oktroyierte Gewohnheiten sind zwar legitim, sollten aber niemals über Musik-Erlebtem stehen.

Dies wäre geradezu kontraproduktiv.

Keines Menschen Ohr ist so perfekt analytisch, dass es die eine oder die andere Tonhöhe unmittelbar als gut oder schädlich empfindet, wenn Musik an sich ankommt. Entscheidend für meine Initiative auch hier die Permanenz...

Spielen Sie auf der Klaviatur der Emotionen! Entdecken Sie mit Ihrer Stimme, mit Ihrem Instrument neu die Schwingungen der Körper, der Luft, der Seele! Machen Sie die Musik wieder „stimmig“! Lassen Sie sie singen in allen Lagen, Tonarten, Intervallen! Mit der passenden Tonhöhe finden Sie auch die richtige Tonlage.

 

Ich habe neben vielen älteren Instrumenten auch etliche neue Klaviere fast aller namhaften Hersteller nach Absprache mit dem jeweiligen Kunden auf a'  432 bis a' 437 Hz gestimmt.

Bisher hat jeder, der diesen Klang gehört hat, bestätigt, dass die Tonhöhen über a' 439 Hz geradezu geschlechtslos sind.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie in letzter Zeit ein Konzert mit tiefer Stimmung erlebt?

Ich freue mich über „begreifbare“ Fortschritte in der Musik-Kultur!

Hoffentlich erreiche ich viele meinungsbildende Persönlichkeiten (Musiker, Therapeuten, Ärzte, Lehrer), die sich unvoreingenommen mit dem Thema auseinander setzen zum Wohle der Musik und der Menschen.

 

 

 

Mannheim, im August 2009

 

 

 

Andreas Weng

Klavierbaumeister

 

 

 

 

Mein Dank gilt Lothar Thomma, Dr. Siegfried Gerth und vielen Musikausübenden für ihre fachliche und ideelle Unterstützung!

 

 

 

 

Literaturnachweis: u.a.:

 

 

-         Bindel, Ernst & Locher, Ernst, Louis Schriftenreihe über Mathematik und Geometrie

 

 

-         Cousta, Hans (1984) Die kosmische Oktave, Synthesis-Verlag

 

 

-         Ellis, Alexander & Mendel, Arthus (1968). Studies in the Historie of Pitch Monographs.

 

Amsterdam, Frits Knuf-Verlag

 

-         Resolution des Schillerinstituts, Mailand im Juni 1989

 

 

 

 

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